Seite auswählen

Wenn du in diesem Artikel eine Schritt für Schritt Anleitung zur eigenen Vision erwartest, dann muss ich dich leider enttäuschen. Ich behaupte nämlich, dass dir kein Experte auf dieser Welt die aufeinanderfolgenden Schritte zu einer eigenen Vision bzw. zur Vision deines Unternehmens aufzeigen kann. Denn wie die Entwicklung deines eigenen Charakters, reift auch deine Vision individuell durch deine Gedanken heran und ist von vielen Quellen abhängig. Im Übrigen denke ich, dass keine Vision in Stein gemeißelt werden kann. Vielmehr ist die Ausformulierung in ständigem Wandel und beeinflusst von den Eindrücken und Erfahrungen unseres Lebens.

Für mich ist es sogar manchmal wie ein Kampf. Dann hadere ich mit der Formulierung und merke, dass etwas nicht ganz rund ist. Ein verändertes Wort kann dann den kompletten Sinn und die Bedeutung der Vision für andere vollkommen verändern. Deshalb ist es für mich etwas Magisches und gibt mir ein machtvolles Gefühl an meiner Vision zu arbeiten, obgleich ich mir auch über meine Verantwortung bewusst werden sollte, eine Vision zu erschaffen, die das Leben anderer enorm beeinflussen kann.

Ich möchte dir heute also nur aufzeigen, wie meine Vision bis zum heutigen Zeitpunkt entstanden ist und dir so Inspiration für deine eigene geben. Und ich möchte dir zeigen, welche Bestandteile meiner Meinung nach eine Vision enthalten sollte, damit sie stark genug ist, die Welt dauerhaft zu verändern.

Warum überhaupt eine Vision?

Die Frage nach dem Sinn unserer Handlungen gibt diesen erst die Glaubwürdigkeit, um unsere unternehmerischen Ziele überhaupt erreichen zu können. Erst wenn wir uns darüber im Klaren sind, warum wir tun, was wir tun, verliert das „Wie“ an Bedeutung. Nur wenn ich weiß, welcher Grund hinter meinem Tun steht, wird es mir überhaupt gelingen, meine Ziele zu erreichen. Folglich stellt sich in uns urplötzlich der Gedanke ein, alles schaffen zu können.

Die Antwort auf die Fragen, warum es sich für dich lohnt, morgens aufzustehen, warum du den Aufwand auf dich nimmst, unternehmerisch tätig zu sein, führt uns unmittelbar zur eigenen Vision. Denn nur sie kann die Antwort auf diese Fragen wirklich und spürbar geben.

In dem Wort Motivation steckt das Wort Motiv. Geben wir unseren Handlungen also ein Motiv durch unsere Vision, motiviert uns das schlagartig, dran zu bleiben. Doch eine Vision kann so mächtig sein, dass Sie nicht nur unsere Frage nach dem Warum beantwortet, sondern auch das Warum anderer Personen und das deiner Mitarbeiter.

Wenn deine Vision in der Lage ist, andere anzustecken und sie deshlab für die gleiche Sache brennen, wie du, dann gewinnt dein Unternehmen das Potential, die Welt spürbar zu verändern.

Das Entstehen meiner Vision

Wenn man sich selbstständig macht, stolpert man recht früh über das Thema der Vision. So ging es auch mir und ich weiß schon gar nicht mehr genau, wo mir das Wort zum ersten Mal über den Weg gelaufen ist. Leider wird dieses Wort immer mehr inflationär verwendet und noch schlimmer ist, dass viele darunter eine ausgefeilte Zielsetzung in Form von Unternehmenszahlen verstehen.

So ging es auch mir und meine ersten scheinbaren Visionen klangen wie „ich möchte meine erste Millionen mit 25 Jahren verdienen“. Die Kraft einer solchen Vision ist einfach nur lahm. Es fehlt ihr komplett an Bedeutung. Denn wen außer mir selbst berührt dieses Ziel? Kein Schwein interessiert sich dafür und das zu Recht! Auch so Aussagen wie „unsere Vision ist es, die Nummer 1 in Europa im Bereich Autoreifen zu werden“ ist einfach nur lahmarschig. Auch hier geht die Macht einer Vision gänzlich im Egoismus verloren.

Natürlich ist es wichtig, sich solche Ziele zu stecken. Aber auch hier ist die Frage nach dem Warum noch lange nicht beantwortet. Warum möchte ich eine Millionen verdienen? Oder noch besser gesagt, warum sollte es für andere bedeutungsvoll sein, wenn ich eine Millionen verdiene?

Erst wenn ich mich aus dem Mittelpunkt nehme und die Umwelt in meine Vision miteinbeziehe, wird sie zum wirklich machtvollen Instrument!

Wie Eingangs festgestellt, wird auch meine Vision von den verschiedensten Quellen beeinflusst. Eine ganz Entscheidende war das Buch „Die Kunst seine Kunden zu lieben“ von Stefan Merath. Erst hier habe ich erkannt, dass eine Vision nur dann von Bedeutung ist, wenn sie nicht nur mein Leben, sondern das meiner Mitmenschen beeinflusst.

Das Arbeiten mit seinen Grundmotiven

merath_kunden lieben (Page 1)In diesem Buch arbeitet man zuerst mit persönlichen Grundmotiven, deren Bedeutung dann die Grundlage für den ichbezogenen Teil einer Vision sein kann. Denn natürlich sollte meine Vision zum einen Teil auch mein persönliches Motiv enthalten, aber wie oben beschrieben eben nicht nur. Persönliche Grundmotive erkennt man daran, wenn man sich überlegt, was einem im Leben schon immer wichtig war und warum man weittragende Entscheidungen so und nicht anders getroffen hat. Oft kommen dabei so Dinge heraus wie Freiheit, Anerkennung, den Weg des geringsten Widerstandes, Spaß, Bedeutsamkeit oder Gerechtigkeit usw.

Krame also mal in deiner Vergangenheit nach Ereignissen, die dich emotional aufgewühlt haben und schaue, welches Motiv zu diesen Emotionen geführt hat. Eine ganz interessante Methode habe ich auch bei Klaus Kobjoll vor wenigen Wochen kennen gelernt. Er hat mir mit Fragen, was mich antreibt in meinem Leben dabei geholfen meine durch das Buch von Stefan Merath gewonnen Grundmotive zu bestätigen.

Die Fragen aus dem Video sind (Einfach die Sätze zu Ende führen):

Mein Talent ist

Egal was passiert, ich war immer fähig zu

Es ist ein Glück für mich, dass ich eine Person bin, die

Ich habe es leichter als andere, weil

Wenn ich nur loskommen könnte von

Es ist mir immer schwer gefallen

Meine schlechteste Eigenschaft ist

Mein Leben würde einfacher werden wenn

Welche Teile von mir finde ich schwierig zu akzeptieren?

Welche Teile helfen mir auf meinem Weg?

Was ist das tiefste Bedürfnis meines Herzens?

Ich persönlich möchte in meinem Leben einen riesen großen Schuhabdruck auf dieser Erde hinterlassen (Grundmotiv: Anerkennung), und dabei möglichst unabhängig leben. (Grundmotiv: Unabhängigkeit)

Diese meine beiden Grundmotive haben sich auch in meinem Entschluss, selbstständig zu sein und in dem recht schnellen Aufstieg innerhalb der Internetmarketing Branche recht deutlich bestätigt

Das Beispiel eines anderen Grundmotivs aus dem Buch von Stefan Merath könnte so in dem Anliegen eines Rollstuhlfahrers begründet sein, dass sich behinderte Menschen überall selbstständig hinbewegen können sollten. Das Grundmotiv wäre dann je nach Einstellung der Person zum Beispiel Gleichheit oder Gerechtigkeit.

Vom Grundmotiv zur eigenen Vision

Um neben dem ichbezogenen Teil der Vision durch das Grundmotiv nun auch den Bezug zu seiner Umwelt zu schaffen, ist es nun wichtig, eine Formulierung zu finden, die die Grundmotive anderer beeinflussen kann.

Ein erster Entwurf der Vision des Rollstuhlfahrers könnte laut Merath nun sein, alle Gebäude behindertengerecht ausstatten zu wollen. Man sieht hier schön, dass nun nicht nur das Grundmotiv der Person selbst, sondern auch der Nutzen für andere einbezogen wurde.

Eine Vision ist so gesehen nichts anderes, als ein formuliertes Bild der gewünschten Zukunft für sich und andere. Ich habe nun die Erfahrung gemacht, dass eine Vision noch machtvoller wird, je konkreter dieses Bild gezeichnet wird. Hierbei stolperte ich über ein praktisches Beispiel des Unternehmens MindValley, welches übrigens auch fantastisches Online Marketing betreibt. MindValley hat es sich zur Mission gemacht, das Leben von 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2050 mit ihren Publikationen zu berühren.

Die Zahlen helfen uns dabei, ein konkretes Bild zu zeichnen und das Ausmaß der Vision aufzuzeigen. Auch helfen die Zahlen, sich diese Vision besser merken zu können. Ich habe die Vision von MindValley einmal gehört und dabei die Zahlen nie mehr vergessen. Auch Stefan Merath sagt, dass eine Vision dann gut sei, wenn man sie nach einmaligem Hören nie wieder vergessen würde. Dabei hilft vor allen Dingen die Größe der Vision. Eine Vision, deren Auswirkungen die ganze Welt betreffen wird, reißt die Leute nahezu automatisch mit und steckt sie an.

Dazu ist es auch wichtig, so lange an der Vision zu feilen, bis sie in einen Satz passt, jedoch die wichtigsten Elemente darin enthalten sind und sich das Ganze rund anhört. Auf diese Weise reduzierst du deine Vision auf das Wesentliche und alles Unbedeutende fällt raus. Das ist wohl eine der schwierigsten Übungen und mich persönlich beschäftigt die Ausformulierung meiner Vision schon mehrere Jahre.

Wenn deine Vision also nicht nur dich, sondern anderen nutzt, sie so fein formuliert ist, dass sie andere elektrisiert durch ihren gesunden Größenwahn und ihre transportierten Emotionen, dann ist sie in der Lage, die Menschen in ihren Bann zu ziehen.

Mit meinem Glaube der Vision eine unendliche Kraft verleihen

Stefan Merath nennt es in seinem Buch ein gewisses Geheimnis, welches der Vision eine Kraft geben kann, die nicht von dieser Welt zu sein scheint. Es geht darum, dass die Vision so formuliert wird, als wäre sie nicht meiner Gedankenwelt entsprungen, sondern von einer übergeordneten Macht vorgegeben. Deswegen spricht man auch oft, davon „dass ihm in einer Vision Gott erschienen ist, und ihm die Lebensaufgabe gab…“.

Ob das nun von Gott, dem Universum oder im Auftrag der Majestät 😉 sei, würde dabei weniger eine Rolle spielen. Eine Vision bekommt dann außerordentliche Kraft, wenn sie scheinbar nicht von Menschenhand geschaffen wurde, sondern eher den Menschen erwählt hat, dieser Vision zu folgen.

Für mich hörte sich das anfänglich ziemlich abgefahren an. Da ich jedoch, seit ich denken kann, Christ bin und auch versuche weitestgehend nach diesem Glauben zu leben, war es für mich genial, meine Vision nach diesem Glauben auszurichten. Auf diese Weise sehe ich meine unternehmerischen Taten zusätzlich in einem spirituellen Licht, was meiner Vision einen noch größeren Sinn verleiht.

Konkret heißt das bei mir als Christ, dass ich versuche, meine Vision so zu formulieren, dass in ihr die Mission der Nächstenliebe und Selbstlosigkeit zum Ausdruck kommt. Eine Mission, die in der Tat Jesus der Dalai Lama und viele andere, die die Welt zu einem besseren Ort gemacht haben, bereits predigten.

Für die nicht Gläubigen unter uns geht es bei diesem Teil der Vision ganz einfach darum, dass sie bei dir, deinen Mitarbeitern und Kunden den Eindruck erweckt, dass es bei deinem Unternehmen um etwas Größeres geht, als nur um einen selbst.

Meine konkreten Formulierungen:

Während dem ganzen Entstehungsprozess und der stetigen Weiterentwicklung meiner Unternehmens-Vision gab es mittlerweile schon viele verschiedene Varianten und noch einige hundert mehr in meinem Kopf.

Eine Variante war zum Beispiel: „Mein Unternehmen hilft Personen dabei, mit ihrem Wissen das Leben anderer zu verbessern und dadurch gutes Geld zu verdienen“

Wenn ich nun mein Grundmotiv der Unabhängigkeit verwende könnte die Vision so aussehen: „Mein Unternehmen hilft Personen dabei, mit ihrem Wissen das Leben anderer zu verbessern und dadurch selbst unabhängig zu leben.“

Im Übrigen sehe ich mein Grundmotiv der Anerkennung schon im Führen des Unternehmens miteinbezogen. Allerdings fehlt es noch an der Konkretisierung der Vision, die sich deshalb so weiterentwickeln könnte: „Bis 2030 helfen wir 3 Millionen Personen dabei, mit ihrem Wissen das Leben anderer zu verbessern und dadurch selbst unabhängig zu leben.“

Sobald ich mit Zahlen arbeite, gilt es diese immer wieder zu überdenken und anzupassen – natürlich nach oben, versteht sich ;-). Eine Kunst wird das Ganze nun, wenn das Unternehmenskonzept, der Name des Unternehmens, die Unternehmensaktivitäten, das Marketing, die Slogans und vieles mehr dieser Vision untergeordnet werden und die Weiterentwicklung dieser Elemente im Einklang statt finden. Eine echte Herausforderung!

Bis gestern konnte ich mich so zum Beispiel nicht entscheiden, ob AFOMA langfristig eher für Leute ist, die ein eigenes Online Business aufbauen möchten oder für die, die Online Marketing als Bestandteil des Marketingmix eines etablierten Unternehmens einsetzen möchten. Meine Vision hat mir dann eine andere Sichtweise geliefert und mich zu dem Gedanken gebracht, dass AFOMA den Usern zeigt, wie sie ihr Wissen, ihre Botschaft oder ihr Produkt über das Internet verbreiten können, um möglichst vielen Menschen damit zu helfen. Egal, ob einzelne Person oder Unternehmen. Im Mittelpunkt soll allein die Verbreitung von Lösungen stehen.

Der Fokus soll also auch komplett weg von dem Thema Geld verdienen. Online Marketing soll nicht vordergründlich dazu genutzt werden, Geld zu verdienen, sondern um möglichst viele Menschen zu erreichen, deren Probleme man lösen kann. Dadurch rückt übrigens auch die Wichtigkeit der finanziellen Unabhängigkeit wiederum etwas in den Hintergrund und die Vision könnte nun lauten:

„Bis 2030 helfen wir 3 Millionen Personen dabei, mit ihrem Wissen das Leben anderer zu verbessern.”

AFOMA wäre so nun das Instrument zur Umsetzung dieser Vision und ein passender zukünftiger Slogan von AFOMA könnte sein: „Mit Online Marketing die Menschen erreichen“ Denn nur wenn wir den Leuten helfen, die Menschen mit ihrem Wissen zu erreichen, können sie diesen auch helfen. Der Kreis schließt sich also.

Mich würde nun interessieren, was deine Grundmotive, deine Überlegungen zu deiner Vision sind und ob wir als Gemeinschaft dir vielleicht bei der Ausformulierung helfen können. Schreib mir dazu einfach einen Kommentar. Ich lese jeden durch und gebe Antwort, versprochen! Auch würde mich natürlich deine Meinung zu meiner Vision interessieren.

Lass uns was Atemberaubendes schaffen auf dieser Welt!

Mario